Landwirtschaft
Neue Prioritäten gesetztDer Besuch von vier Projektmitgliedern in Kasambya in diesem Jahr und eine Befragung der Bevölkerung zu ihrer Lebenssituation und eigenen Nahrungsmittelerzeugung hat uns veranlasst, unsere Prioritäten im Projekt neu zu überdenken.

Es hat sich herausgestellt, dass 81% der Dorfbewohner mehr als zwei Monate und 46% mehr als drei Monate im Jahr hungern. Grundnahrungsmittel sind Kochbanane, Maniok und Süßkartoffel. Mais und Bohnen werden ebenfalls in geringem Mengen angebaut. Sie werden aber hauptsächlich verkauft, um Geld zu generieren. In geringem Umfang werden auch Tomaten, Kürbis und Zwiebeln geerntet. Die Bauern würden gerne mehr Mais und Bohnen anpflanzen, aber zu Beginn der Regenzeit mangelt es aus finanziellem Grund an Saatgut. Essentielle Arbeitsgeräte, wie die Hacke sind teilweise nicht vorhanden. 25 % der Bauern würden gerne Hacken auf Kredit kaufen.Ein weiterer limitierender Faktor ist das zur Verfügung stehende Land 30% der Familien müssen ihre Fläche jedes Jahr zu 100% bewirtschaften. Dadurch hat sich im Laufe der Jahre die Bodenfruchtbarkeit verschlechtert. Boden verbessernde und Boden erhaltende Maßnahmen sind langfristig geplant. Wir planen, dieses grundsätzliche Problem der Dorfgemeinschaft durch folgende Anschubinvestition vor der Pflanz- bzw. Saatzeit im März zu lösen. Es gibt auch hier - wie im gesamten Projekt - keine Geschenke, sondern die Bewohner sollen die Leistungen soweit sie können, selbst erbringen.
- Als Voraussetzung für den Empfang von Saatgut muss jede Familie einen
Kompost anlegen, der den Boden im Gemüsegarten verbessern soll.
- Jede Familie bekommt je 1 kg Mais, Bohnen, Erdnüsse als Saatgut. Der
Einsatz muss nach der Ernte zurückgegeben werden.
- Für die Familien mit nicht genügend Hacken, werden wir 30 Hacken zum
Ausleihen bereitstellen.
- Weiterhin werden wir jeweils 10 Spaten, 10 Rechen und 10 Schubkarren
zum Ausleihen anschaffen.
- Die Anlage eines Demonstrations- und Vermehrungsgartens ist geplant.
- Grundsätzliche Anwendung der Push & Pull Methode beim Maisanbau
Mehr Informationen: Schlußfolgerungen zum Zensus
Zur permanenten Schulung der Bevölkerung und Überwachung der Fortschritte ist vor Ort Julius Kyune als Landwirtschaftsfachmann tätig. Er liefert monatlich einen Fortschrittsbericht, den Sie hier nachlesen können:
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Veröffentlichungsdatum: Mon, 06 Sep 2010 09:31:46 GMT+00:00




